| Geschichte | |
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| GRÜNDUNG DER FREIWILLIGEN FEUERWEHR ST. STEFAN AM GRATKORN | |
Zu Jahresbeginn 1902 setzten sich beherzte Bürger unter der Leitung von Schuldirektor Jakob Wöhrer zusammen, um über die Gründung einer eigenen Feuerwehr zu beraten. |
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| Hauptmann gewählt, zum Kassier August Mathans, zum Schriftführer Franz Bösmüller. Die erste Ausrüstung bestand aus einer Landfahrspritze (Hydrophor) mit Pferdebespannung. 1910 kamen dann eine Kemreutherpumpe und ein Mannschaftswagen ebenfalls mit Pferdebespannung dazu. Die Geräte wurden in einem Geräteschuppen der Volksschule untergebracht. Die Pferdebespannung wurde 25 Jahre vom späteren Hauptmann-Stellvertreter und Ehrenhauptmann Hans Teibinger gestellt. Um diese Gerätschaften anschaffen und erhalten zu können, wurden von den Feuerwehrmännern und aus der Bevölkerung (unterstützende Mitglieder) Mitgliedsbeiträge eingehoben, sowie Veranstaltungen jeglicher Art durchgeführt. Anhand dieser Mitgliedsbeitragslisten konnte festgestellt werden, das von 1911 bis 1913 konstant 40 unterstützende Mitglieder waren, die zwischen zwei bis fünf Kronen im Jahr bezahlten. Vom Jahre 1919 bis 1920 waren nur mehr 32 unterstützende Mitglieder mit einem Beitrag von zwei bis zwanzig Kronen. Gesamt wurden für das Jahr 1919, 177 Kronen in das Kassabuch übertragen. |
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| Im Jahre 1914 wurde ein zweitüriges Rüsthaus mit Steigerturm errichtet, wofür noch 1918 ein Restbetrag von 1000 Kronen mittels Schuldschein offen war, für welchen Hauptmann Peter Langmann, Kassier August Mathans, Florian Schöninger, Anton Gangl sowie Franz Winter die Bürgschaft übernahmen. Die Gesamtbaukosten betrugen laut Kosten Voranschlag 10.500 Kronen. Bereits am 3. Februar 1925 wurde mit einem Ansuchen an die Gemeinde herangetreten, um eine Sammlung bei der Bevölkerung von St. Stefan am Gratkorn zur Anschaffung einer Motorspritze durchführen zu dürfen. Diesem Ansuchen wurde in Anbetracht des gemeinnützigen Zweckes zugestimmt und schon am 4. Februar 1925 von Bürgermeister Kamper unterzeichnet (man beachte die rasche Erledigung des Antrages). Sammelergebnis und Anschaffungspreis konnten nicht nachvollzogen werden, da es darüber keine Unterlagen gibt. |
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DAS MODERNE ZEITALTER BEGINNT....... Bereits 1926 konnte dann das erste Rüstauto, der legendäre Puch Vlll/14/38 PS, welcher während des ersten Weltkrieges ausschließlich an das Militär geliefert wurde, zum Neuwert angeschafft werden. |
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Technische Beschreibung des Puch VIII-14: Es handelte sich hier um ein rechtsgesteuertes Fahrzeug mit außenliegender Kulissenschaltung. Ein Blick unter die Motorhaube zeigt, das es sich hier um einen Vierzylinder-Blockmotor, dessen Zylinder mit 90 mm Bohrung und einer Hubhöhe von 140 mm handelte. Die Ventile waren an der Seite angeordnet und von der unten liegenden Nockenwelle gesteuert, die ihrerseits mittels geräuschloser Kette angetrieben wurde. Der Motor hatte eine Hochspannungskerzenzündung Type Eisemann, mit selbstständiger Zündverstellung, Frischumlaufschmierung mittels Zahnradpumpe, Horizontal-Zenithvergaser, stoßfreie Spindellenkung, vier Vorwärts- und einen Rückwärtsgang, Vorgelegebremse mit Außenbacken und eine feststellbare Handbremse, auf die Hinterräder wirkend, mit Innenbacken. |
Die Fahrer waren: Josef Müller, H. Draschnig, Hans Rinnerhofer, Josef Winter und Johann Lanz |
| Außerdem hatte das Fahrzeug einen Treibstoffbehälter mit ca. 90 Liter Fassungsvermögen. Die Treibstoffförderung erfolgte mittels Auspuffgase. Die feuerwehrmäßige Ausrüstung bestand durch eine am Heck angebrachte Pumpe mit zusätzlicher Turbopumpe für größere Saughöhen. Außerdem eine Schlauchhaspel und eine zweiteilige Holzschiebeleiter. Somit begannen aber auch die laufenden Ausgaben wie Treibstoff, Wartung und nicht zuletzt die Haftpflichtversicherung, die allein ab 1927 mit 273,60 Schilling bemessen und in zwei Teilbeträgen im vorhinein zu entrichten war (für das Kilogramm Fleisch eines Mastochsen bekam der Bauer S 1.40 / heute zwischen S 26,~ bis S 30,- zum Vergleich), Schon 1914 wurden von den Puch-Werken die ersten beiden Feuerwehrautos an die Linzer Feuerwehr und an die Freiwillige Feuerwehr Marburg (damals Untersteiermark} geliefert. Damit wurde der Weg zu einer modernen und schlagkräftigen Wehr eingeleitet. |
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GRÜNDUNG DER RETTUNGSABTEILUNG 1928 |
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Mit dem Eintritt von Herrn Dr. Emil Kschir im Jahre 1928 in die Freiwillige Feuerwehr Gratkorn-Markt wurde auch der Grundstein für die Rettungsabteilung gelegt. Bereits im Jahre 1929 wurde ein Zubau am Rüsthaus, der als das neue Rettungszimmer gestaltet wurde, angebracht und im Jahre 1930 feierlich eingeweiht. |
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| Kurz einige Ausschnitte aus dem Lebenslauf von Dr. Kschir, die Feuerwehr betreffend: Bereite im Jahre 1929 wurde er in den Vorstand des Steiermärkischen Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen in Graz einberufen. Im Jahre 1938 folgte, aufgrund seiner Aktivitäten als Mediziner innerhalb der Feuerwehr, die Ernennung zum Landesrettungsarzt, im Jahre 1975 die Wahl zum Ehrenlandesfeuerwehrarzt. | |
Auch innerhalb des Gemeindevorstandes wusste man um sein Bemühen. Aus diesem Grund erhielt er im Jahre 1969 den Ehrenring der Marktgemeinde Gratkorn. Aber auch in späteren Jahren, bemühte er sich noch immer um seine Aufgaben, daher wurde er auch im Jahre 1983 zum Ehrenbürger der Marktgemeinde Gratkom ernannt. |
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| Um die Finanzierung der Freiwilligen Feuerwehr gewährleisten zu können, wurden laufend Veranstaltungen wie Bälle, Fetzenmarkt, Preiskegeln von der Dauer einer Woche (4.-11. Juni 1933 im Gasthaus Pucher) sowie am 1. 10. 1933 eine Tombola, die mit Erlass vom 28. August 1933 der Steiermärkischen Landesregierung bewilligt wurde. Einnahmen S 3.878,50 Ausgaben S 2.764,62 Reingewinn S 1.113,88 welcher für die Tilgung einer Restschuld an die Raiffeisensparkasse überwiesen wurde. |
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DAS ENDE DER SELBSTÄNDIGKEIT..... Mit Übernahme durch die neuen Machthaber im Jahre 1938 stehen die steirischen Feuerwehren in der letzten Phase der verordneten Auflösung. Mit Erlass vom 11. Oktober 1939 wurde das Gesetz über das Feuerlöschwesen eingeführt. Die freiwilligen Feuerwehren wurden in die Feuerhilfspolizei eingegliedert und sie wurden mit deutschen Uniformen ausgerüstet. Die Vereinstätigkeiten der freiwilligen Feuerwehren wurden eingestellt und ihr Vermögen musste an die Gemeinden abgegeben werden, wobei aber den Gemeinden die Verpflichtung auferlegt wurde, für die gesamten Kosten der Feuerhilfspolizei aufzukommen. Als mit der Einberufung aller wehrpflichtigen Männer auch unsere Feuerwehr zusammen |
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Wie der Phönix aus der Asche....... Eines der schwierigsten Probleme im Jahre 1945 war es wieder eine schlagkräftige Wehr aufzubauen. |
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Wie schwer es für unsere Feuerwehr in Gratkorn war, soll nachfolgendes Beispiel aufzeigen. Da keine Sirene vorhanden war, fuhr der damalige Zeugwart, Herr Tscheutscher, mit dem Fahrrad und einer Trompete bis zum jetzigen Kühlhaus, um den Maschinisten und Kraftfahrer Herrn Lanz Johann und alle übrigen Feuerwehrmänner zu alarmieren. |
Fahrzeugpark im Jahr 1951 |
Von der Gemeinde wurden in den nächsten Jahren 2 Rosenbauer Tragkraftspritzenanhänger mit einer Rosenbauer RW 80 (Umtausch einer TS 8) und eine zweite RW 80, sowie eine R 75 angekauft. 8 Stück Saugschläuche zu je 1,60 m, 280 Meter B-Schläuche, 9 Stück innengummierte C-Schläuche, 48 Arbeitsuniformen, 22 Ausgangsuniformen, 19 Tuchmäntel, 2 Stahlhelme, 10 Stück Steigergurte, 3 Schirmmützen und eine Sirene wurden bis 1950 mit einer Gesamtsumme von S 273.660,- angeschafft. Außerdem wurden von der Gemeinde im Jahre 1948 beginnend bis 1950 in den 4 Katastralgemeinden Löschwasserbehälter gebaut die von den Männern der Feuerwehr in freiwilligen Arbeitsstunden gegraben und zum Teil auch betoniert wurden. |
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| EIN NEUER KOMMANDANT WIRD GEWÄHLT..... | |
Mit der Wahl von Herrn Max Mathans am 8.Dezember 1951 zum Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Gratkorn-Markt, der zur damaligen Zeit als Direktor der Hauptschule Gratkorn tätig war, begann unter seiner Führung der Ausbau der Wehr zu einer der schlagkräftigsten des Bezirkes Graz-Umgebung. |
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| Mit der Erstellung von Einsatzplänen durch Hauptmann Max Mathans, wurde eine bessere Koordinierung der einzusetzenden Feuerwehren ermöglicht. In diesen Plänen wurde erstmalig, für die Gratkorn-Markt die Zufahrtswege zu den einzelnen Gehöften, die Wasserversorgung mit Zwischenschaltungen von Pumpen genau festgelegt. Anlässlich des Bezirksfeuerwehrtages 1958 in Gratkorn, wurden von der 4. Klasse der Hauptschule Gratkorn unter Hauptschuldirektor Mathans das Gemeindegebiet im Sandkasten dargestellt, um den Besuchern das damalige Einsatzgebiet näher darzubringen. |
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| Nach der großen Brandserie im August 1965 war ersichtlich, das ein weiteres Tanklöschfahrzeug notwendig war. Nach dem Ausscheiden des Opel-Blitz und des Mercedes wurde am 28. 8. 1966 der TLF Unimog 1200 und 2 Mannschaftsfahrzeuge (VW-Busse) in den Dienst gestellt. Für einen dieser VW-Busse wurde in Eigenregie der Feuerwehraufbau von den Kameraden durchgeführt. (Besonders MAGG Fritz) |
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| Weiters folgte im Jahre 1977 ein Toyota KLF-A (Kleinlöschfahrzeug mit Allrad) mit Vorbaupumpe. Die Krönung seiner 30-jährigen Tätigkeit im Feuerwehrwesen, nicht nur als Wehrkommandant, sondern auch als Abschnittskommandant und Bezirksfeuerwehrkommandant-Stellvertreter, war der Bau des neuen Rüsthauses, welcher im Juni 1980 feierlich seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Der Abbruch des alten Rüsthauses wurde im Mai 1979 durchgeführt, und am gleichen Platze wurde mit dem Bau des neuen Rüsthauses begonnen. Der Kostenvoranschlag für das neue Rüsthaus, belief sich auf 4 Mio. S, wobei dank der Spenden der Bevölkerung, Veranstaltungen der Freiw. Feuerwehr ein Betrag von S 400.000,- sowie über 1200 freiwillige Arbeitsstunden erbracht wurden. Herr Brandrat Mathans Max, immer bemüht um das Wohl seiner Mitbürger, wurde im Jahre 1983 zum Ehrenbürger der Marktgemeinde Gratkorn ernannt. In all diesen Jahren des Wirkens von Herrn Mathans Max, interessierte sich vor allem auch der damalige Ortskommandanten-Stellvertreter, Herr Spiegel Ernst, für das Feuerwehrwesen in Gratkorn. Mit der feuerwehrdienstlichen Pensionierung von Herrn Mathans, wurde im Jahre 1981 bei der ordentlichen Jahreshauptversammlung am 14. 3. 1981, Herr Spiegel Ernst zum neuen Feuerwehrkommandanten von Gratkorn gewählt. EINE MODERNE TECHNISCHE AUSRÜSTUNG UND HOHER AUSBILDUNGSSTAND SIND DIE VORAUSSETZUNG FÜR EINEN WIRKUNGSVOLLEN EINSATZ IM ERNSTFALL. |
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Der nächste „Große"...... Kurz nach Beginn der Laufbahn von HBI Spiegel Ernst stellte sich bald heraus, dass es galt neue Meilensteine in der Entwicklung der Feuerwehr zu setzen. Die Anforderungen begannen sich von den „herkömmlichen" Brandeinsätzen immer mehr zu technischen Einsätzen umzuwandeln. Investitionen in Höhe von einigen Millionen Schillingen standen ins Haus. .
Nach dem Ableben unseres Feuerwehrarztes Hr. Dr. Emil Kschir, gelang es unter der Führung von ABI Spiegel Ernst, unseren jetzigen Feuerwehrarzt, Hr. Dr. Kraus Walter für die Belange eines Mediziners innerhalb der Feuerwehr zu gewinnen. Bis zum Jahre 1996 war ABl Spiegel Ernst an vorderster Spitze des Kommandos der FF Gratkorn. In seiner Amtszeit ale Feuerwehrkommandant war er seinen Kameraden und vor allem der Jugend immer ein großes Vorbild. Die Feuerwehrjugend war auch ein spezielles „Steckenpferd" von Spiegel Ernst, da er schon früh erkannte, wie wichtig die Sorge um den Nachwuchs ist. Im Jahre 1996 konnte ABI Spiegel dann in den wohlverdienten Feuerwehr-Ruhestand übertreten. |
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Ein gestandener „Eggenfelder"...... Die Ablöse an der Spitze des Kommandos der FF Gratkorn-Markt ging „spiegelglatt" bei der Jahreshauptversammlung am 02 März 1996 über die Bühne. |
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Wie der Vater, so der Sohn.... Nachdem die Feuerwehr ja auch Familiensinn beweisen kann, sind die Amtsgeschäfte der Wehr auch in der Familie Glanner geblieben. |
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