Geschichte

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Gratkorn-Markt

Der Anfang

Zu Jahresbeginn 1902 setzten sich beherzte Bürger unter der Leitung von Schuldirektor Jakob Wöhrer zusammen, um über die Gründung einer eigenen Feuerwehr zu beraten.

Anschließend wurden sämtliche Formalitäten abgewickelt und am 16. März 1902 die Satzungen der Freiwilligen Feuerwehr St.Stefan am Gratkorn der K.u.K. Stadthalterei in Gratz zur Genehmigung vorgelegt und in der Gemeindeausschußsitzung am 27. Mai 1902 zum Beschluß vorgelegt und genehmigt (Ausschnitt der Satzungen siehe nachfolgende Seite).

 

Jakob Wöhrer wurde zum ersten Hauptmann gewählt, zum Kassier August Mathans, zum Schriftführer Franz Bösmüller. Die  erste Ausrüstung  bestand aus einer Landfahrspritze (Hydrophor) mit Pferdebespannung.  1910 kamen dann eine Kemreutherpumpe  und  ein  Mannschaftswagen ebenfalls mit Pferdebespannung dazu. Die Geräte wurden in einem Geräteschuppen der Volksschule  untergebracht.  Die  Pferdebespannung wurde 25 Jahre vom späteren Hauptmann-Stellvertreter   und   Ehrenhauptmann Hans Teibinger gestellt.

Um diese Gerätschaften anschaffen und erhalten zu können, wurden von den Feuerwehrmännern und aus der Bevölkerung (un­terstützende Mitglieder) Mitgliedsbeiträge eingehoben, sowie Veranstaltungen jeglicher Art durchgeführt. Anhand dieser Mitgliedsbeitragslisten konnte festgestellt werden, das von 1911 bis 1913 konstant 40 unterstützende Mitglieder waren, die zwischen zwei bis fünf Kronen im Jahr bezahlten. Vom Jahre 1919 bis 1920 waren nur mehr 32 unterstützende Mitglieder mit einem Beitrag von zwei bis zwanzig Kronen. Ge­samt    wurden     für    das    Jahr     1919, 177 Kronen in das Kassabuch übertragen.

Im Jahre 1914 wurde ein zweitüriges Rüsthaus mit Steigerturm errichtet, wofür noch 1918 ein Restbetrag von 1000 Kronen mittels Schuldschein offen war, für welchen Hauptmann Peter Langmann, Kassier August Mathans, Florian Schöninger, Anton Gangl sowie Franz Winter die Bürgschaft übernahmen.

Die Gesamtbaukosten betrugen laut Kosten Voranschlag   10.500   Kronen.   Bereits   am 3. Februar 1925 wurde mit einem Ansuchen an die Gemeinde herangetreten, um eine Sammlung bei der Bevölkerung von St. Stefan am Gratkorn zur Anschaffung einer Motorspritze durchführen zu dürfen. Diesem Ansuchen wurde in Anbetracht des gemeinnützigen Zweckes zugestimmt und schon am 4. Februar 1925 von Bürgermeister Kamper unterzeichnet (man beachte die rasche Erledigung des Antrages).

Sammelergebnis und Anschaffungspreis konnten nicht nachvollzogen werden, da es darüber keine Unterlagen gibt.


 

Das Moderne Zeitalter

Bereits 1926 konnte dann das erste Rüstauto, der legendäre Puch Vlll/14/38 PS, welcher während des ersten Weltkrieges ausschließlich an das Militär geliefert wurde, zum Neuwert angeschafft werden.

Die Fahrer waren: Josef Müller, H. Draschnig, Hans Rinnerhofer, Josef Winter und Johann Lanz

Technische Beschreibung des Puch VIII-14:

Es handelte sich hier um ein rechtsgesteuertes Fahrzeug mit außenliegender Kulissenschaltung. Ein Blick unter die Motorhaube zeigt, das es sich hier um einen Vierzylinder-Blockmotor, dessen Zylinder mit 90 mm Bohrung und einer Hubhöhe von 140 mm handelte. Die Ventile waren an der Seite angeordnet und von der unten liegenden Nockenwelle gesteuert, die ihrerseits mittels geräuschloser Kette angetrieben wurde. Der Motor hatte eine Hochspannungskerzenzündung Type Eisemann, mit selbstständiger Zündverstellung, Frischumlaufschmierung mittels Zahnradpumpe, Horizontal-Zenithvergaser, stoßfreie Spindellenkung, vier Vorwärts- und einen Rückwärtsgang, Vorgelegebremse mit Außenbacken und eine feststellbare Handbremse, auf die Hinterräder wirkend, mit Innenbacken.

Außerdem hatte das Fahrzeug einen Treibstoffbehälter mit ca. 90 Liter Fassungsvermögen. Die Treibstoffförderung erfolgte mittels Auspuffgase. Die feuerwehrmäßige Ausrüstung bestand durch eine am Heck angebrachte Pumpe mit zusätzlicher Turbopumpe für größere Saughöhen. Außerdem eine Schlauchhaspel und eine zweiteilige Holzschiebeleiter. Somit begannen aber auch die laufenden Ausgaben wie Treibstoff, Wartung und nicht zuletzt die Haftpflichtversicherung, die allein ab 1927 mit 273,60 Schilling bemessen und in zwei Teilbeträgen im vorhinein zu entrichten war (für das Kilogramm Fleisch eines Mastochsen bekam der Bauer S 1.40 / heute zwischen S 26,~ bis S 30,- zum Vergleich),

Schon 1914 wurden von den Puch-Werken die ersten beiden Feuerwehrautos an die Linzer Feuerwehr und an die Freiwillige Feuerwehr Marburg (damals Untersteiermark} geliefert. Damit wurde der Weg zu einer modernen und schlagkräftigen Wehr eingeleitet.


 

Gründung der Rettungsabteilung

Mit dem Eintritt von Herrn Dr. Emil Kschir im Jahre 1928 in die Freiwillige Feuerwehr Gratkorn-Markt wurde auch der Grundstein für die Rettungsabteilung gelegt. Bereits im Jahre 1929 wurde ein Zubau am Rüsthaus, der als das neue Rettungszimmer gestaltet wurde, angebracht und im Jahre 1930 feierlich eingeweiht.

Am 25 April 1932 wurde um eine Subvention für die Ausstattung des Rettungszimmers bei der Gemeinde angesucht. Dem Ansuchen wurde am 18. Juli 1932 mit 100 Schilling stattgegeben, wobei darauf hingewiesen wurde, dass Neuanschaffungen vorerst im Gemeindeamt zu melden sind.

Kurz einige Ausschnitte aus dem Lebenslauf von Dr. Kschir, die Feuerwehr betreffend: Bereite im Jahre 1929 wurde er in den Vorstand des Steiermärkischen Landesverband für Feuerwehr- und Rettungswesen in Graz einberufen. Im Jahre 1938 folgte, aufgrund seiner Aktivitäten als Mediziner innerhalb der Feuerwehr, die Ernennung zum Landesrettungsarzt, im Jahre 1975 die Wahl zum Ehrenlandesfeuerwehrarzt.

Auch innerhalb des Gemeindevorstandes wusste man um sein Bemühen. Aus diesem Grund erhielt er im Jahre 1969 den Ehrenring der Marktgemeinde Gratkorn. Aber auch in späteren Jahren, bemühte er sich noch immer um seine Aufgaben, daher wurde er auch im Jahre 1983 zum Ehrenbürger der Marktgemeinde Gratkom ernannt..

Um die Finanzierung der Freiwilligen Feuerwehr gewährleisten zu können, wurden laufend Veranstaltungen wie Bälle, Fetzenmarkt, Preiskegeln von der Dauer einer Woche (4.-11. Juni 1933 im Gasthaus Pucher) sowie am 1. 10. 1933 eine Tombola,

die mit Erlass vom 28. August 1933 der Steiermärkischen Landesregierung bewilligt wurde.

Einnahmen S 3.878,50

Ausgaben S 2.764,62

Reingewinn S 1.113,88

welcher für die Tilgung einer Restschuld an die Raiffeisensparkasse überwiesen wurde.


Das Ende der Selbstständigkeit

Mit Übernahme durch die neuen Machthaber im Jahre 1938 stehen die steirischen Feuerwehren in der letzten Phase der verordneten Auflösung. Mit Erlass vom 11. Oktober 1939 wurde das Gesetz über das Feuerlöschwesen eingeführt. Die freiwilligen Feuerwehren wurden in die Feuerhilfspolizei eingegliedert und sie wurden mit deutschen Uniformen ausgerüstet. Die Vereinstätigkeiten der freiwilligen Feuerwehren wurden eingestellt und ihr Vermögen musste an die Gemeinden abgegeben werden, wobei aber den Gemeinden die Verpflichtung auferlegt wurde, für die gesamten Kosten der Feuerhilfspolizei aufzukommen.

Als mit der Einberufung aller wehrpflichtigen Männer auch unsere Feuerwehr zusammen

zu brechen drohte, wurde unter dem damaligen Hauptmann Alois Leskovar eine Frauen-Feuerwehr als Übergangslösung aufgebaut, welche von 1942 bis 1944 bestand. Als Gruppenkommandant der Frauen fungierte Frl. Rosa Teibinger (Fr Fanninger).

Nach rascher Ausbildung kam es aber dennoch oft zu kleinen Pannen, besonders das Saugschlauchkuppeln lag den Damen nicht.

Die Rettungsabteilung wurde beim deutschen Roten Kreuz eingegliedert und die Jahreshauptversammlungen in einen Jahreshauptappell umgewandelt.


 

Wie der Phönix aus der Asche

 

Eines der schwierigsten Probleme im Jahre 1945 war es wieder eine schlagkräftige Wehr aufzubauen.

Durch die Kriegswirren fast zur Gänze ihrer Ausrüstung entledigt, (auch der Puch Vlll wurde von der sowjetischen Besatzungsmacht beschlagnahmt), mit viel Glück aber nach längerer Zeit wiedergefunden.

Von der Gemeinde wurden in den nächsten Jahren 2 Rosenbauer Tragkraftspritzenanhänger mit einer Rosenbauer RW 80 (Umtausch einer TS 8) und eine zweite RW 80, sowie eine R 75 angekauft. 8 Stück Saugschläuche zu je 1,60 m, 280 Meter B-Schläuche, 9 Stück innengummierte C-Schläuche, 48 Arbeitsuniformen, 22 Ausgangsuniformen, 19 Tuchmäntel, 2 Stahlhelme, 10 Stück Steigergurte, 3 Schirmmützen und eine Sirene wurden bis 1950 mit einer Gesamtsumme von S 273.660,- angeschafft.

Für den 1925 gegründeten Löschzug Eggenfeld wurde der Mercedes 230 mit einem Rosenbauer-Tragkraftspritzenanhänger und einer RW 80 angekauft. DIESES FAHRZEUG WURDE AM 10. 12. 1949 VON DER WERKSTÄTTE IN GRAZ NACH EGGENFELD ÜBERSTELLT UND AM 13.12.1949 MIT DEM POL.- KENNZEICHEN ST-2407 IN DIENST GESTELLT

Außerdem wurden von der Gemeinde im Jahre 1948 beginnend bis 1950 in den 4 Katastralgemeinden Löschwasserbehälter gebaut die von den Männern der Feuerwehr in freiwilligen Arbeitsstunden gegraben und zum Teil auch betoniert wurden.

Mit der Wahl von Herrn Max Mathans am 8.Dezember 1951 zum Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Gratkorn-Markt, der zur damaligen Zeit als Direktor der Hauptschule Gratkorn tätig war, begann unter seiner Führung der Ausbau der Wehr zu einer der schlagkräftigsten des Bezirkes Graz-Umgebung.

Im selben Jahr noch konnte ein Chevrolet mit Anhänger und einer Tragkraftspritze zum sinngemäßen Einsatz übergeben werden.

Mit der Erstellung von Einsatzplänen durch Hauptmann Max Mathans, wurde eine bessere Koordinierung der einzusetzenden Feuerwehren ermöglicht.

In diesen Plänen wurde erstmalig, für die Gratkorn-Markt die Zufahrtswege zu den einzelnen Gehöften, die Wasserversorgung mit Zwischenschaltungen von Pumpen genau festgelegt.

Anlässlich des Bezirksfeuerwehrtages 1958 in Gratkorn, wurden von der 4. Klasse der Hauptschule Gratkorn unter Hauptschuldirektor Mathans das Gemeindegebiet im Sandkasten dargestellt, um den Besuchern das damalige Einsatzgebiet näher darzubringen.

Nach der großen Brandserie im August 1965 war ersichtlich, das ein weiteres Tanklöschfahrzeug notwendig war. Nach dem Ausscheiden des Opel-Blitz und des Mercedes wurde am 28. 8. 1966 der TLF Unimog 1200 und 2 Mannschaftsfahrzeuge (VW-Busse) in den Dienst gestellt. Für einen dieser VW-Busse wurde in Eigenregie der Feuerwehraufbau von den Kameraden durchgeführt. (Besonders MAGG Fritz)

Weiters folgte im Jahre 1977 ein Toyota KLF-A (Kleinlöschfahrzeug mit Allrad) mit Vorbaupumpe.

Die Krönung seiner 30-jährigen Tätigkeit im Feuerwehrwesen, nicht nur als Wehrkommandant, sondern auch als Abschnittskommandant und Bezirksfeuerwehrkommandant-Stellvertreter, war der Bau des neuen Rüsthauses, welcher im Juni 1980 feierlich seiner Bestimmung übergeben werden konnte.

Der Abbruch des alten Rüsthauses wurde im Mai 1979 durchgeführt, und am gleichen Platze wurde mit dem Bau des neuen Rüsthauses begonnen.

Der Kostenvoranschlag für das neue Rüsthaus, belief sich auf 4 Mio. S, wobei dank der Spenden der Bevölkerung, Veranstaltungen der Freiw. Feuerwehr ein Betrag von S 400.000,- sowie über 1200 freiwillige Arbeitsstunden erbracht wurden.

Herr Brandrat Mathans Max, immer bemüht um das Wohl seiner Mitbürger, wurde im Jahre 1983 zum Ehrenbürger der Marktgemeinde Gratkorn ernannt.

In all diesen Jahren des Wirkens von Herrn Mathans Max, interessierte sich vor allem auch der damalige Ortskommandanten-Stellvertreter, Herr Spiegel Ernst, für das Feuerwehrwesen in Gratkorn.

Mit der feuerwehrdienstlichen Pensionierung von Herrn Mathans, wurde im Jahre 1981 bei der ordentlichen Jahreshauptversammlung am 14. 3. 1981, Herr Spiegel Ernst zum neuen Feuerwehrkommandanten von Gratkorn gewählt.

 

EINE MODERNE TECHNISCHE AUSRÜSTUNG UND HOHER AUSBILDUNGSSTAND SIND DIE VORAUSSETZUNG FÜR EINEN WIRKUNGSVOLLEN EINSATZ IM ERNSTFALL.


 

Der nächste „Große“

 

Kurz nach Beginn der Laufbahn von HBI Spiegel Ernst stellte sich bald heraus, dass es galt neue Meilensteine in der Entwicklung der Feuerwehr zu setzen. Die Anforderungen begannen sich von den „herkömmlichen“ Brandeinsätzen immer mehr zu technischen Einsätzen umzuwandeln. Investitionen in Höhe von einigen Millionen Schillingen standen ins Haus. .

Schon ein Jahr nach seiner Wahl zum Kommandanten, wurde 1982 ein neues Mannschaftstransportfahrzeug angeschafft. Ein weiteres Jahr darauf, konnte ein Tanklöschfahrzeug Steyr 91, mit Ziegler Einbaupumpe und einem Wassertransportvermögen von 4000 Liter feierlich in Dienst gestellt werden. Aufgrund seines Ehrgeizes im Dienste der Feuerwehr, wurde Spiegel Ernst im Jahr 1982 zum Abschnittskommandanten des Bezirkes Graz-Umgebung ernannt, von wo an er nicht nur an der Entwicklung der Feuerwehr Gratkorn beitrug, sondern auch für die 12 Wehren des Abschnittes VI-Graz/Nord.

 

Im Laufe der Jahre wurde der Einsatzalltag der Feuerwehr schon mehr und mehr von Verkehrsunfällen überschattet, sodass nach Jahren des Sparens 1990 ein neues RLF-A, mit hydraulischem Rettungsgerät von unserem Pfarrer gesegnet werden konnte.

Auch das Thema „Sicherheit“ für den Feuerwehrmann, wurde Ende der 80er Jahre immer mehr diskutiert. Die FF Gratkorn-Markt war dann auch eine der ersten Wehren, die mit neuen Sicherheitsjacken und mit Sicherheitsstiefeln ausgerüstet wurde. Diese Sicherheitsstiefeln zählen heute noch zur Standardausrüstung eines Feuerwehrmannes.

Damit wurde der Sicherheitsstandard der eingesetzten Männer erhöht. Die Jahre der Investitionen und auch der Grundsteinlegung für solche gingen unaufhörlich weiter. Erst mussten die Tore des Feuerwehrhauses aufgrund Ihrer schlechten Bauweise erneuert werden.

 

Neben vielen unzähligen kleineren Neuanschaffungen kam im Jahr 1991 der nächste große Schritt. Die Feuerwehren hielten Einzug in das große Netz der EDV. Es galt die Daten der Einsatzberichte, die Mannschaftsverwaltung, den Fuhrpark und die Gerätschaften EDV-technisch zu verarbeiten. Dies wurde mit der Einführung des EDV-Systems „FES“ landesweit vollzogen.

Für die Feuerwehr Gratkorn-Markt galt es, das schon bestehende Büro zu adaptieren und einen Computer zu kaufen.

 

Nach dem Ableben unseres Feuerwehrarztes Hr. Dr. Emil Kschir, gelang es unter der Führung von ABI Spiegel Ernst, unseren jetzigen Feuerwehrarzt, Hr. Dr. Kraus Walter für die Belange eines Mediziners innerhalb der Feuerwehr zu gewinnen.

Bis zum Jahre 1996 war ABl Spiegel Ernst an vorderster Spitze des Kommandos der FF Gratkorn. In seiner Amtszeit ale Feuerwehrkommandant war er seinen Kameraden und vor allem der Jugend immer ein großes Vorbild. Die Feuerwehrjugend war auch ein spezielles „Steckenpferd“ von Spiegel Ernst, da er schon früh erkannte, wie wichtig die Sorge um den Nachwuchs ist.

Viele Jahre hindurch betreute er selbst die Nachwuchsarbeit und etliche Feuerwehrmänner von heute, haben als „Buben“ unter seiner Führung begonnen.

Im Jahre 1996 konnte ABI Spiegel dann in den wohlverdienten Feuerwehr-Ruhestand übertreten.

Viele Feuerwehrmänner im ganzen Bezirk kennen den „Spiegel Ernst“, Viele von Ihnen profitieren noch heute von seiner Erfahrung und seinen Ratschlägen, aber der besondere Dank für alles, der sei ihm von seinen Kameraden der FF Gratkorn-Markt ausgesprochen.

Von Seiten des Bezirkskommandos Graz-Umgebung wurde dann im gleichen Jahr Spiegel Ernst zum Ehrenabschnittskommandanten ernannt.

Aber es wäre nicht unser „Ernstl“, wenn er sich zu Hause nur mehr seinen Hobbies widmen wollte.

Für die FF Gratkorn-Markt hat er die Leitung und die Führung unserer Feuerwehrpensionisten übernommen, wobei er sich um alle Termine und sämtliche Veranstaltungen kümmert.


 

Ein gestandener „Eggenfelder“

 

Die Ablöse an der Spitze des Kommandos der FF Gratkorn-Markt ging „spiegelglatt“ bei der Jahreshauptversammlung am 02 März 1996 über die Bühne.

Zum Ortskommandanten wurde damals einstimmig, der schon 10 Jahre lang als Stellvertreter von EABl Spiegel fungierende, HBI Glanner Erwin gewählt

Die Feuerwehr zwar in bestem Zustand übergeben bekommen, war es doch wieder an der Zeit den Ausbau der Wehr voranzutreiben.

Mit Erwin Glanner, bekam die Wehr einen sehr umsichtigen neuen Chef, der nicht nur die „großen“ Anschaffungen im Auge hatte, sondern auch viele kleine Dinge, die aber ebenso wichtig sind.

Der Versicherungsschutz für den Mann und alle Fahrzeuge wurde ausgebaut Kleinigkeiten, wie ein Nassstaubsauger wurden angeschafft (der übrigens das erste Mal bei unserem Bürgermeister Hr. Fandl zum Einsatz gekommen ist).

Aber auch gewaltige Investitionen wurden in Angriff genommen.

Im Jahre 1997 konnte ein Kleinlöschfahrzeug (Allrad getrieben, mit einer Tragkraftspritze und Atemschutzgeräten) feierlich gesegnet werden. Von der Segnung und der Überzeugungskraft des Kommandanten, war unser Pfarrer, Hr. Mag. Paulus Kamper so begeistert dass er sich spontan dazu entschlossen hat, das „Messgwandl“ zeitweise als Feuerwehrkurat gegen die Uniform zu tauschen.

 

1999 war die Anschaffung eines neuen Mannschaftstransportfahrzeuges notwendig und zugleich wurden schon konkrete Pläne geschmiedet, das Rüsthaus für den Löschzug Eggenfeld zu sanieren.

Dies geschah dann auch im Jahr 2000 und genau dieses Rüsthaus beheimatet jetzt das neue Fahrzeug, den KRF-S Tunnel .

Das Motto „Körperschutz ist Eigenschutz“ wurde immer öfter diskutiert und unter der Führung von Glanner Erwin wurden sämtliche Feuerwehrmänner mit der neuen, jetzt gültigen Einsatzuniform (EU-Norm) ausgestattet.

Somit war das Thema einer modernen und sicheren Bekleidung zwar vom Tisch, aber seitens der Kopfbedeckung gab es noch große Mängel.

Der gute, aber ausgediente steirische Feuerwehrhelm, hat einem unserer Kameraden bei einem Wohnungsbrand im „111-er“ Haus einen bösen Streich gespielt.

Durch die enorme Hitzeentwicklung hat sich dieser Stahlhelm derartig aufgeheizt, dass er unserem Kameraden regelrecht die Ohren „versengt“ hat (dieser Kamerad ist übrigens unser heutiger Kommandant).

Aufgrund dieses Vorfalles hat man sich dazu entschlossen, den Feuerwehrhelm Dräger F1-S anzukaufen.

Auch die Weiterführung und der Ausbau der Jugendgruppe war Glanner Erwin ein hohes Anliegen. Mit der Aussendung der Jugend zu den Bezirks- und Landeslagern, sowie zu den einzelnen Wissenstestprüfungen gelang es, die Jungmänner auf ein hohes Niveau zu bringen.

Unterstützt vom damaligen Ortskommandant-Stellvertreter, OBI Hausegger Erwin, nahm man auch Projekte in Angriff, um die Alarmierungsmöglichkeiten zu erneuern.

Aufgrund der baulichen modernen Maßnahmen (z.B. lärmdichte Fenster), war es immer schwieriger geworden, die Alarmsirenen zu hören. Daher war es notwendig, persönliche Rufempfänger (Pager) anzuschaffen, die mit der Steuerung der Funksirene zugleich mitalarmiert wurden.

Ebenfalls wurde zeitgleich Schritt für Schritt das Kommunikationsnetz der Feuerwehr ausgebaut. Für jedes Einsatzfahrzeug wurde jeweils ein Handy angeschaffen, um den Nachrichtenverkehr unabhängig vom Dienstfunk zu machen. Diese Variante hat sich bisher bei allen Großereignissen bestens bewährt.

Im Laufe der Zeit musste auch die EDV-Anlage erneuert werden. Neue Software, schnellere Hardware waren gefragt und das Umfeld im Schrift- und Nachrichtenverkehr wurde immer größer.

Daher entschloss sich die Feuerwehr unter der Führung von Glanner Erwin, einen Raum im Rüsthaus zu einem ordentlichen Büro auszubauen.

Im Jahre 2001 entschloss sich HBI Glanner Erwin zum Rücktritt als Kommandant

Dies sollte aber nicht bedeuten, dass für ihn die Arbeit bei der Feuerwehr zu Ende ist

Als Pressebeauftragter und für Öffentlichkeitsarbeiten verantwortlich, ist er jetzt für die Medien unsererseits der erste Ansprechpartner.


 

Wie der Vater so der Sohn

 

Nachdem die Feuerwehr ja auch Familiensinn beweisen kann, sind die Amtsgeschäfte der Wehr auch in der Familie Glanner geblieben.

Am 17. Februar 2001 wurde Glanner Thomas einstimmig zum HBI gewählt und trat damit die Nachfolge seines Vaters an.

Die nachfolgenden Zeilen werden zeigen, in welch kurzem Zeitrahmen vieles möglich gemacht werden kann. Gleich nach seinem Amtsantritt, hat sich der neue Kommandant die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges zum Ziel gesetzt

Dieses Fahrzeug, ein KRF-S Tunnel, wurde am 4. Mai 2003 bei der 100 jährigen Bestandsfeier der FF Gratkorn-Markt feierlich gesegnet. Mit diesem Einsatzwagen ist man in der Lage, bei Unfällen auf Autobahnen und im Besonderen im Tunnelbereich, effizient und schnell Hilfe bieten zu können.

Über Langzeitatmer, hydraulischem Rettungswerkzeug, bis hin zur Schnelllöscheinrichtung, Wärmebildkamera und vieles mehr tragen das Notwendige dazu bei.

Allein die Ausrüstung wäre zu wenig, die Ausbildungsmöglichkeiten bilden einen Schwerpunkt im Programm des neuen Kommandanten, der noch einiges diesbezüglich vor hat.

Im Juni 2002 legten zwei Bewerbsgruppen die Prüfung für das technische Hilfeleistungsabzeichen ab Beide Gruppen absolvierten diese Prüfung mit Null-Fehlerpunkten. Ebenso wird die Ausbildung in mehrtägigen Lehrgängen an der Landesfeuerwehrschule forciert.

So ganz nebenbei sind dann noch einige bauliche Aktivitäten dazugekommen.

Sei es das Verlegen von Fliesen in der Fahrzeughalle, das Ausmalen des gesamten unteren Stockwerkes im Rüsthaus Gratkorn, oder die Adaptierung des Umkleideraumes für die Jungfeuerwehr.

Vom Feuerwehr-Alltag „geschädigt“, wo schon immer das Interesse für die Geschehnisse innerhalb der Wehr geschürt wurde, steht unserem Kommandanten auch ein bestens durch die Familie vorbereiteter Stellvertreter zur Verfügung. OBI Steyskal Heinrich.

Beide zusammen, gemeinsam mit ihrem Führungsstab werden die nächsten Jahre alles dazu tun, um die Sicherheit für die Bevölkerung von Gratkorn gewährleisten zu können.